ANgrenzen Podcast

ANgrenzende Gespräche

Das hier ist eine Reihe von Gesprächen die wir (Svenia und Hanna) miteinander als Teil unseres Arbeitsprozess geführt haben. Hier besprechen wir Themen, die gerade in unserem eigenen Leben uns beschäftigen, und wie diese uns begrenzen, aber oft gleichzeitig für neue Möglichkeiten und Perspektiven öffnen. Alle Gespräche findet man in dieser eine Beitrag, den wir aktualisieren jedes Mal, wenn ein neues dazu kommt. In die Liste mit Audiodateien hier unten sind die Gespräche chronologisch aufgelistet mit dem aktuellsten Gespräch oben. Die Soundqualität von den Gesprächen sind nicht immer das beste, da sie oft spontan und mit gewissen technischen und räumlichen „Begrenzungen“ stattgefunden sind. Wir hoffen trotzdem, dass sie gut hörbar sind, und freuen uns wie immer über euren Rückmeldungen, Erfahrungen und Reflektionen zu den besprochenen Themas.

23. September 2021: Entscheidungs- und Planungsprozess rundum des Entscheidungsworkshop reflektiert

11. Juni 2020: Sich ordentlich ärgern, und dabei die Verbindung zu sich und zu den anderen behalten – 7. Gespräch über An- und Begrenzungen in Coronazeiten

21. Mai 2020: Grenzen ziehen und Grenze überschreiten – aus Angst oder aus Liebe – 6. Gespräch über An- und Begrenzungen in Coronazeiten

7. Mai 2020: Impulsstürme und „Trichtermoment“, Aktivität und Passivität, Inspirationswellen und Ruhebedürfnis, und die Ungreifbarkeit von Grenzen in der Sprache und überall – 5. Gespräch über An- und Begrenzungen in Coronazeiten

Links zu einige Themen, die im Gespräch besprochen wird:

https://onbeing.org/programs/ocean-vuong-a-life-worthy-of-our-breath/

https://www.ndr.de/kultur/buch/Sprache-und-Sein-Neues-Sachbuch-von-Kuebra-Guemuesay,spracheundsein100.html

30. April 2020: Die Grenze zwischen Normalität und Unwirklichkeit, und ein neues Gefühl für Zeit – 4. Gespräch über An- und Begrenzungen in Coronazeiten

22. April 2020: Priviligiertsein, Mit-Leid, Engagement und bei sich bleiben – 3. Gespräch über An- und Begrenzungen in Coronazeiten

Links zu einige Themen, die im Gespräch besprochen wird:

https://mindfulnesscoachingschool.com/meditate-with-me-each-morning-at-6am/

https://www.liberatedbody.com/podcast/mark-walsh-lbp-063

16. April 2020: Home office und Produktivität – 2. Gespräch über An- und Begrenzungen in Coronazeiten 

9. April 2020: Ausgangssperre – 1. Gespräch über An- und Begrenzungen in Coronazeiten 

5. März 2020: Verletzung als begrenzende Herausforderung und Perspektivöffner

15. Februar 2020: Grenzen mit Kind

„Entscheidungen treffen“ – Reflexionsgespräch in Vorbereitung auf den Workshop im Herbst

(Datum geändert! Leider müssen wir diesen Workshop verschieben – geplant war eigentlich ihn Ende September 2021 zu geben, wir suchen jetzt noch nach einem neuen passende Datum für den Herbst. Sobald wir eine Entscheidung getroffen haben, wird es hier auf der Seite zu sehen :))

In dieser Folge reflektieren wir (Svenia und Hanna) das Thema für unseren nächsten Workshop, wo es um persönliche Begrenzungen und Muster bei Entscheidungsprozessen geht. Wir sprechen darüber, wie wir jetzt und in der Vergangenheit mit Entscheidungen umgegangen sind, was wir darüber gelernt haben, in wie fern Entscheidungen treffen mit Grenzen setzen und überschreiten zu tun hat und was wir gerne durch den Workshop vermitteln wollen. Über die kommenden Wochen, bis zum Workshoptermin, werden wir wieder noch dazu einen Schreibsprint hier unten veranstalten, wo wir abwechselnd das Thema „Entscheidungen treffen“ schreibend reflektieren, und uns Impulsworte oder Impulssätze für den kommenden Sprint weitergeben. Jedes neuen Impulswort oder jeder neuen Impulssatz wird hier unter dem aktuellsten Textstück stehen, und wird auch über unseren Facebookseite gepostet. Wenn du Lust hast in Dialog mit uns über diesem Thema zu gehen, mach gerne einen eigenen Free-writing zu einem von den Impulswörter und schick es uns zu oder poste im Facebookevent.

SCHREIBSPRINT – Entscheidungen treffen

Entscheidungen treffen. Darüber muss ich heute schreiben.
Ich habe die Entscheidung getroffen zu meiner Mutter jetzt zu fahren. Zu meiner Familie in Schweden. Seit einem Jahr war ich nicht mehr hier. Ich habe mit ihnen über Videocall gesprochen. Ganz oft sogar. Aber sie ganz in Person zu erfahren, ihre Präsenz im Raum, mich neben meiner Mutter auf der Sofa zu setzen, mich ihr mit dem ganzen Körper zuwenden und zuhören. Es fühlt sich so stark an als wir von der Fähre absteigen, eine Nervosität tief im Bauch. So vertraute Menschen und so vertraute Orte. Orte meiner Kindheit, wo ich jede kleine Ecke des Hauses und Garten kenne, alles in Detail mit Kinderfüssen und Kinderhänder untersucht. Und gleichzeitig jetzt so lange her seit dem letzten Mal. Ein Jahr. Ein langer Zeit. Ein Jahr. Eine Ewigkeit. Für mein Kind, die Hälfte seines Lebens.
Ein Wiedersehen, dass sich erstmal einfach so normal anfühlt. Als ob ich erst gestern hier war.
Ich entscheide mich hierher zu kommen jetzt. Wir entscheiden uns alle die Risiko auf uns zu nehmen.
So viele kleine und große Entscheidungen in diesem Jahr. Entscheidungen, die sichtbar sind und unterschiedlich moralisch bewertet werden können. Jemanden zu treffen oder nicht treffen. Die Distanz bewahren oder doch immer mal wieder zu überbrücken. Die Maske anbehalten oder öftermal ausziehen. Die Eltern treffen oder doch nicht. Umarmen oder auf Distanz bleiben. Über den Arm streicheln, kurz berühren…? Zusammen Weihnachten feiern oder abwarten. Die Regeln und Verordnungen als Rechtsschnur, aber sie haben sich ständig geändert, und auch das Wissen, das hinter den Regeln stand war ständig in Wandlung. Wenn jemanden sagt, dass die Entsteckungsgefahr verschwindend klein draußen ist, verändert das die Basis für meine Entscheidungen, wie ich mich draußen verhalte? Auch wenn die Regeln weiterhin zu Distanz und Maske in allen Situationen aufrufen, und zu reduzierte soziale Kontakte. Aber kann ich mich dann auf einem Bank mit einem Freundin mich im Park hinsetzen? Oder mich entspannt mit den anderen Eltern auf dem Spielplatz unterhalten? Kann ich den Nachbarskind unbeschwert den Schaufel überreichen?
Und wie ist es mit der Arbeit? Wenn es mir wieder erlaubt ist andere Menschen in Einzelsitzungen zu berühren, heißt das, dass die Risiko jetzt gering genug ist, oder nur dass die Rechtslage sich verändert hat, oder dass den gesellschaftliche Druck zu stark geworden ist? Soll ich dann anfangen wieder zu arbeiten oder besser noch ein bisschen abwarten – es nicht riskieren. Ich muss es weiterhin einfach für mich einschätzen und eine Entscheidung treffen.

„Ich muss es weiterhin einfach für mich einschätzen.“

Eine Entscheidung treffen bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Ich entscheide, ich trage die Konsequenzen. Das können kleine oder größere Entscheidungen sein. Ich denke, dass macht es oft so schwer eine Entscheidung zu treffen, weil es ein Moment ist, in dem uns die Verantwortung, die wir immer tragen, besonders bewusst wird. Sonst können wir sie ausblenden. So, wie wir ausblenden können, dass jeder einzelne Schritt, den wir machen eine Entscheidung ist. Das kann sich manchmal einsam anfühlen.

„…dass jeder einzelne Schritt, den wir machen eine Entscheidung ist.“

Jeder Schritt eine Entscheidung. Ich entscheide meinen Fuß vor dem anderen Fuß zu setzen oder doch nicht oder doch einen Schritt zurück oder doch den Fuß entschieden neben den anderen zu stellen und stehen bleiben. „Ein, zwei, drei in Saußeschritt, gehen alle Kinder mit…“ singt mein Kind. Ein Lied dass er aus der Kita gelernt hat. Alle Kinder gehen mit. Alle Kinder soll fröhlich über der Wiese hüpfen, tanzen, lachen… Midsommer in Schwedischen Landidylle. Genau so wie es sein soll. Aber auch mit ständigen Erschöpfungen, und kleineren und größeren Wutausbrüchen – das Essen dauert, die kleine Magen knurren zusammen mit den Launen, den Abend wird zu spät… aber dazwischen nehmen wir viele Schritte um den Maistang herum und singen und fallen um und lachen wie verrückte über die alten Kinderlieder. Jeder Schritt eine Entscheidung. Jeder Schritt mit Folgen, die ich nicht vorhersagen kann. Das macht mir manchmal ein schweren, dunklen Loch im Bauch daran zu denken, macht mich schwindelig. Besonders wenn ich mal aufwache mitten in der Nacht und im Dunkel schaue. Was habe ich in meinem Leben bisher entschieden? Was kann ich jetzt nicht mehr zurücknehmen? Welche Abzweigungen habe ich verpasst? Manchmal habe ich das Gefühl, dass alles weiterhin offen bleibt. Das ich alles noch machen kann, aber manchmal merke ich so deutlich wie schnell meine Lebenszeit läuft, jeden Tag in Schwung vorbei, und kommt nicht mehr zurück. Ich werde älter und sehe deutlich wie meine Eltern, meine Brüder, meine Freunde… älter werden. So viel gutes auch was damit kommt. Wie unsere Beziehungen zu einander reifen und tiefer werden. Wie wunderbar andere Menschen so tief zu kennen, so viele Erfahrungen mit einander zu teilen, auch die schwierigen. Aber auch da, welche Entscheidungen treffe ich mit ihnen? Plötzlich sind sie nicht mehr da. Plötzlich können wir uns nicht mehr treffen. Plötzlich bleibt doch nur die Erinnerungen. Dass es plötzlich vorbei ist. Und jeden Schritt deshalb oder trotzdem mit Leichtigkeit aber ernst genommen werden muss.

“ wie schnell meine Lebenszeit läuft „

Das ist auch etwas, das mir in diesen Tagen immer wieder ganz deutlich vor Augen steht. Meine Lebenszeit läuft schnell. Nach dem Abi habe ich nicht verstanden was die Leute meinten, wenn sie sagten: „Dir stehen alle Möglichkeiten offen“. Jetzt denke ich auch, wenn ich noch einmal neu anfangen könnte. Warum habe ich nicht verstanden, wie wertvoll es ist jung zu sein und sein Leben noch vor sich zu haben. Heute kann ich nicht mehr alles machen. Es gibt Dinge, die unwiederbringlich vorbei sind. Wie die Entscheidung ein Kind zu bekommen. Türen schließen sich. Ich habe weniger Kraft, weniger Zeit, weniger Energie. Mein Vater hätte jetzt noch 12 Jahre vor sich gehabt. Das ist nicht viel Zeit. In dieser Zeit kann man vielleicht kein Geld für eine Weltreise mehr zusammensparen. Ein Haus kaufen? Lohnt sich nicht mehr. Außer vielleicht man kann es direkt bezahlen. Das Klima retten? Dafür haben wir laut der aktuellen Berechnungen noch 10 Jahre Zeit. Und das, wo Entscheidungen oft so lange brauchen, bis sie dann auch zuverlässig umgesetzt werden. Alte Gewohnheiten ändern dauert Zeit.

„Es gibt Dinge, die unwiederbringlich vorbei sind.“


Heute fahre ich wieder zurück nach Berlin. Die Zeit mit der Familie in Schweden ist vorbei.
Es ist komisch wie die Zeit läuft. Manchmal das Gefühl, dass ich so viel Zeit habe und dann plötzlich ist es vorbei. „Es gibt Dinge die unwiederbringlich vorbei sind.“ Ich denke, dass es vielleicht eher so ist, dass nicht nur einige Sachen unwiederbringlich vorbei sind, sondern alles immer, die ganze Zeit unwiederbringlich vorbei ist. Nichts ist so wie vor einem Moment. Dass die Sachen und Menschen um uns herum gleich bleiben ist eine Illusion, etwas das wir so durch unseren Vorstellungskraft machen. Wir halten Sachen fest, suchen mit unserem Blick nach die Details, die uns schon vertraut sind, und sagen „Wie immer!“. Es fühlt sich an als, ob Sachen sich wiederholen. Als ob die Menschen um uns herum gleich bleiben. Aber kein von uns bleibt gleich. Manchmal versuchen wir gleich zu bleiben. Oder versuchen verzweifelt uns zu verändern und haben das Gefühl, wir schaffen es nicht. Aber es stimmt nicht. Nichts bleibt gleich und alles verändert sich ständig. Eine stetige Bewegung in uns und um uns herum. Wie die Erde sich um ihre Achse und um die Sonne sich dreht. Stetige Bewegung. Wir entscheiden uns für etwas und gegen etwas anderes. Wir nähern uns etwas an. Und dann bewegen wir uns wieder weg davon. Und die Situationen verändern sich mit und unabhängig von uns und unsere Entscheidungen. Verändern sich stetig. Tag für Tag ganz anders. Tag für Tag ganz neu. Hautzellen die sterben und von uns wegfallen. Wir werden Teil für Teil zu neuen Menschen auch wenn es so langsam geht, dass es in dem Moment nicht sichtbar ist. Der Gras wächst und die Bäume wachsen, und die Blätter entfalten sich, schaffen zusammen einen schattigen Dach über unseren Köpfen und fallen dann in einigen Monaten wieder in Massen ab und wird zu Erde. Wir bewegen uns, leben, wachsen, sterben, trauern, freuen uns, und machen immer wieder neue Entscheidungen. Es gibt so viel, das wir nicht kontrollieren können. Unsere Entscheidungen sind nur einen winzigen Teil von der größeren Welt- und Lebens-Bewegung in und um uns herum ist. Das heißt aber nicht, dass unsere Entscheidungen unwichtig sind, sondern eigentlich eher das Gegenteil – mit jeder von unseren Entscheidungen können wir viel mehr in Bewegung setzen als wir uns vorstellen können. Wie die Vorstellung, dass eine Schmetterling, durch ihre Bewegungen mit den Flügeln, Vibrationen schaffen kann, die mit bestimmten Voraussetzungen einen Erdbeben in einer anderen Teil der Welt kreieren können. Auch wir können durch jede Entscheidung etwas in rollen bringen, das Auswirkung auf das ganze Leben hat. Aber gleichzeitig ist es niemals nur die eine Entscheidung, sondern alle viele kleine Bewegungen, die wir und andere und die Welt gleichzeitig machen. Und jeden Moment können wir neu entscheiden, wie wir mit dem was kommt umgehen möchten. Jedes vergangenen Moment ist unwiederbringlich vorbei, und jedes jetzigen Moment ist neu und voll mit neuen Möglichkeiten – einen Schritt hierhin, einen Flügelschlag in der anderen Richtung, wir schließen einen Tür und öffnen einen anderen…

„Wie die Vorstellung, dass eine Schmetterling, durch ihre Bewegungen mit den Flügeln, Vibrationen schaffen kann, (…)“

Liebe Hanna, du hast mich sehr berührt mit deinem Text. Mein letzter Text hat so eine Schwere gehabt, dass ich fast gezögert habe ihn zu veröffentlichen, aber weil es ein Flowwrite ist, dachte ich, dass gehört dazu und ich zeige es so, wie es eben gerade ist. Dein Text hat dieses schwere Thema in so etwas Leichtes gewandelt. Das es mir das Herz erleichtert hat. Eine Art der Zuversicht in dem Schmerz, den Veränderung mit sich bringt. Wie bei einer Geburt, wo Schmerz, Neugier, Mut, Angst, Freude und so vieles mehr so nah beieinander liegen. Die Vorstellung, das der Flügelschlag eines Schmetterlings eine Auswirkung haben kann, fand ich schön, weil es so eine Leichtigkeit hat. Veränderungen müssen nicht mit Anstrengung verbunden sein, manchmal kommen sie ganz leicht. Und ich muss an einen Brief denken, in dem mein Vater mir etwas wie „Mit einem Wimpernschlag bringst du mein ganzes Herz zum Schwingen“ geschrieben hat. Und ich glaube an diese besonderen Momente. Wir können sie nicht erzwingen, aber sie kommen immer wieder vorbeigeflogen.

„Wie bei einer Geburt, wo Schmerz, Neugier, Mut, Angst, Freude und so vieles mehr so nah beieinander liegen.“


Und mir berührt so viel von dem, was du hier oben jetzt schreibst. Ich könnte fast jeden Satz auswählen, aber wähle jetzt diesen hier, weil es gerade sehr schön etwas formuliert, das ich gerade versucht habe, für mich greifbar zu machen. Ich habe vor ein paar Tage in einem Buch über achtsame Kommunikation mit Kindern gelesen, dass jedes Gefühl oder Emotion, die wir erleben, durchschnittlich nur 10 Sekunden bei uns bleibt. Gefühle sind in ihrer „Ursprungsform“ wahnsinnig schnell. Sie steigen in uns plötzlich hoch, ziehen wie einen Flutwelle durch unseren gesamten System und sind dann wieder weg, oder ersetzt durch ein anderes Gefühl, eine andere Stimmung… Oder vielleicht überhaupt, dass die Gefühle niemals so weit weg von einander sind – nicht so abgegrenzt. Vorfreude vermischt sich mit Angst, Liebe vermischt sich mit Schmerz. Oft kommen sie nur in Kombination – wie ein Gefühlscoctail. Und trotzdem können wir uns oft schon entschieden auf welchen Gefühl wir unsere Aufmerksamkeit schenken. Ich weiß, dass ich manchmal mich überwältigt fühlen kann, bei dem Gedanken, es könnte mein Kind etwas passieren. Eine Flutwelle von Angst und Schmerz, die durch mich rast und mir dem Hals und Herz zusammenschnürt. Und gleichzeitig so klar dadurch wie viel Liebe da ist – so viel Liebe, dass es schmerzt. Ich kann mir auch an die ersten Tagen mit ihm erinnern, direkt nach dem Geburt. Diesen kleinen Körper in den Armen zu haben, die so abhängig von mir war und gleichzeitig so ganz sein eigenes – Wünschen, Bedürfnisse und Willenskraft, das ich alles noch lernen musste zu interpretieren. „Mit einem Wimpernschlag bringst du mein ganzes Herz zum Schwingen“ hat dein Vater dir gesagt. So habe ich auch gefühlt und fühle weiterhin, wenn ich meinem Kind beobachte, wie er sich nach etwas streckt, wie er konzentriert die Hand im Fingerfarben steckt und dann genussvoll einen Farbchaos auf das Papier komponiert…

Wünsch dir was! – Reflexionsgespräch über Wünsche und Visionen in Vorbereitung auf den Workshop am 12. Mai

In dieser Folge sprechen wir (Svenia und Hanna) spontan über was Wünschen und Visionen für uns bedeuten und warum es uns wichtig war, einen Workshop zu diesem Thema gerade jetzt anzubieten. Über die kommenden zwei Wochen, bis zum Workshoptermin, werden wir noch dazu einen Schreibsprint hier unten veranstalten, wo wir jeden Tag abwechselnd Wünsche und Visionen schreibend reflektieren, und uns Impulsworte oder Impulssätze für den kommenden Sprint weitergeben. Das erste Impulswort kommt aus dem Gespräch und ist „Wirksamkeit“. Jedes neuen Impulswort oder jeder neuen Impulssatz wird hier unter dem aktuellsten Textstück stehen, und wird auch über unseren Facebookseite gepostet. Wenn du Lust hast in Dialog mit uns über diesem Thema zu gehen, mach gerne einen eigenen Free-writing zu einem von den Impulswörter und schick es uns zu oder poste im Facebookevent.

SCHREIBSPRINT – Wünsche und Visionen

„Wirksamkeit“

Ich versuche sofort das Schwedischen Wort dafür zu finden, einfach so in meinem Kopf. Aber finde keine Übersetzung. Wirksam zu sein, sich wirksam zu fühlen. Eine Wirkung haben – im eigenen Leben oder in den Leben anderer Menschen. Wie lässt sich das einschätzen, wie wirksam ich wirklich bin? Wer entscheidet das und wann? Ich denke an alle Autor_innen und Künstler_innen, deren Bedeutung erst lange nach ihren Tod für die Welt klar wurde. Menschen, die ein Leben lang an sich und ihre Arbeit gezweifelt haben, die mit finanziellen Not gekämpft haben, gehungert sich durchgekämpft… Ich kann nicht wissen, was meine Entscheidungen jetzt für Bedeutung in der Zukunft haben werden. Nicht mal was sie für die nächsten Jahren mit sich bringen werden. Das gleiche gilt für meine Wünschen und Visionen – ich kann nicht wissen, was mit ihnen passieren werden, ob sie sich verwirklichen lassen oder nicht, und wann. Ich kann mir etwas wünschen und wünschen und über Jahren passiert nichts. Bedeutet es dann, dass das Wünschen und Visionieren unsinnig oder wertlos ist? Nur weil ich nicht genau das bekomme, was ich mich wünsche? Wann werden meine Visionen und Wünschen wirksam und wie? Ich denke, das Visionieren ist schon im Moment selbst sofort wirksam, weil es etwas tief in mir drin tut, wenn ich mich mit meinen Visionen verbinde. Wenn ich mich ernst frage was meine Vision für mich und die Welt wirklich ist, und mich dafür Zeit gebe, die Antwort aufmerksam nachzugehen, dann kann es auf der eine Seite alte Angst, Schmerz und Frust in mir wecken, von Situationen in der Vergangenheit wo ich nicht das erreicht und bekommen habe, was ich mich so innerlich gewünscht habe, aber gleichzeitig, wenn ich diese Gefühle nicht dafür benutze mich sofort wieder zu entmutigen, sondern als Zeichen dafür, wie wichtig mir diese Visionen wirklich für mich sind, dann weckt es auch einen Kraft in mir, die stärker ist als alles andere – eine Herzensverbindung. Die Vision ist schon wirksam für mich sofort wenn ich es mir erlaube mit ihr zu sein, und sie ist wirksam für andere sobald ich der Mut habe, sie in Ausdruck zu bringen und zu teilen.

„Die Vision ist schon wirksam für mich sofort wenn ich es mir erlaube mit ihr zu sein, und sie ist wirksam für andere sobald ich der Mut habe, sie in Ausdruck zu bringen und zu teilen.“

Im allerersten Moment hatte ich ein klares „Ja“ zu diesem Satz. Und ich sehe es auch für mich, für ganz viele Bereiche in meinem Leben. Das was ich mir wirklich wünsche, das worauf ich meine Aufmerksamkeit gerichtet habe, das ist in den allermeisten Fällen auch eingetreten. Nicht immer direkt. Die Wohnung, die ich mir gewünscht habe, habe ich erst 15 Jahre später gefunden. Aber dann war sie da. Ich bin keine professionelle Dressurreiterin geworden, aber das ist vollkommen ok, weil ich auf dem Weg dahin bemerkt habe, dass mir der Preis zu hoch ist. Das ich dauerhaft in diesem Feld unglücklich wäre. Aber das war auch nur möglich, weil ich mich darauf zu bewegt habe. Etwas anderes ist der Kinderwunsch, den ich in mir trage. Ich kann hier nicht „reinschnuppern“, ich kann mich nicht „vorsichtig ausprobieren“. Ich muss es ganz und gar machen. Es gibt Momente, in denen ich viel Vertrauen habe, dass das richtige passieren wird und Tage, an denen ich weniger vertraue. Aber wenn ich auf mein Leben bis jetzt zurückblicke, dann bin ich sicher, dass die Wünsche und Visionen, die auch zu mir passen, sich erfüllen.

„Es gibt Momente, in denen ich viel Vertrauen habe, dass das richtige passieren wird und Tage, an denen ich weniger vertraue. „

Vertrauen und dann wieder Zweifel. Sich etwas zu wünschen, mit der Forderung es musste auch sofort oder wenigstens bald in Erfüllung gehen. Oder wie du schreibst einfach Vertrauen, dass das „Richtige“ passieren wird, was vielleicht dann auch etwas anderes sogar sein könnte, als genau das was man sich als erstes gewünscht hat. Erfüllung ist ein besonderes Wort. Das habe ich selten auf Deutch benutzt. Fühlt sich wie aus den Märchen. Ich wünsche mir was und es geht in Erfüllung oder es bleibt unerfüllt und ich fange an an mir selbst und an alles zu zweifeln. Was heißt das überhaupt, dass etwas in Erfüllung geht? Es gibt viele Sachen, die ich mich gewünscht habe, die ich nicht bekommen habe oder die nicht passiert sind. Vielleicht wie mit deinem Wünsch, Svenia, Dressurreiterin zu werden. Als ich acht-neun Jahre alt war hatte ich eine sehr starke Vision zusammen mit meiner besten Freundin, dass wir zusammen einem Haus auf dem Land haben würden, mit vielen Tieren, besonders Hünde und Katzen, und mit einem großen Schwimmingpool im Garten, und mit einer langen Rutsche vom Dach. Wir haben über Wochen darüber geredet und Zeichnung gemalt und Listen über alles was dabei sein musste. Ich könnte es mir genau vorstellen, wie es sein sollte. Es hat mir glücklich gemacht darüber nachzudenken und mir alles vorzustellen. Und jetzt wohne ich in einem Hochhaus mitten in Berlin, ohne Hund und ohne Katze. Manchmal wünsche ich mir jetzt, besonders im letzten Jahr während Lockdown, irgendwo zu wohnen wo ich mehr Natur um mich herum hätte. Ziemlich oft, habe ich mit meinem Partner darüber gesprochen, was es für Möglichkeiten gäben, irgendwo am Stadtrand zu ziehen. Aber ich bin gleichzeitig die meiste Zeit sehr glücklich hier, weil es so viele Sachen für mich vereint, die mir auch jetzt sehr wichtig sind, und die wahrscheinlich auch damals teil von meiner Wünsch mit der Freundin war – schöne Verbindungen mit Nachbarn, viel Leben und Bewegung um mich herum, eine schöne Zusammenhang in dem ich mich kreativ einbringen kann, sehr gute Freunde in der Nähe, kurze Weg zur Arbeit so dass ich wenig Zeit für das hin- und zurück verliere. Immer wieder kommen Momente, wo ich alte und neue Wünsche und Bedürfnisse sich laut machen, und meine bisherigen Entscheidungen in Frage stellen, wo ich mich plötzlich frage ob ich nicht ganz anders leben möchte – vielleicht tatsächlich auf dem Land, aber gerade fühlt es sich weiterhin so an, als ob das hier noch das richtigste für mich ist.

„(…) gerade fühlt es sich weiterhin so an, als ob das hier noch das richtigste für mich ist.“

Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich mich frage, ob es wirklich so ist, dass das was ist gerade wirklich das richtigste für mich ist, oder ob ich einfach nur zu feige bin, mich in ein Abenteuer zu stürzen. Was werde ich in fünf Jahren, von jetzt aus gesehen, über mich denken? Werde ich denken, dass es schade war, dass ich mich nicht getraut habe? Oder werde ich denken, wie gut, dass ich nicht alles aufgegeben habe und darauf aufbauen konnte? Heute bin ich über das Profil eines Meeresbiologen, Forschungstauchers und Unterwasserkameramanns gestolpert. Mein erster Gedanke war, dass ich auch gerne so ein Leben führen würde. So vielen Menschen und Tiere begegnen und immer neue Abenteuer erleben. Ich denke, dass solche Menschen nie Angst vor irgendetwas haben und immer nur nach ihrem Herzen entscheiden. Ich würde supergerne Mal mit so jemandem ein Gespräch führen und herausfinden, ob das stimmt und vor was jemand, der/die so lebt eigentlich Angst hat.

„Abenteuer“

Heute Mittags habe ich mit einem Freund gesprochen, der sich gerade in einem Abenteuer gegeben hat. Er hat etwas gewagt, und es hält ihn in den letzten Wochen wach und warm, errinert ihn ständig, dass er am Leben ist und Entscheidungen treffen muss. Alles aus etwas, das er sich gewünscht hat – eine tiefe Verbindung, berührt sein, bewegt sein… Ihn zuzuhören macht es wieder für mich klar, dass es niemals aufhört: Ich muss mich auch erinnern, dass ich mein Leben jeden Tag wähle: Die kleine Entscheidungen im Alltag, die dumpfe Routine werden können, oder kleine Abenteuer. Die Begegnungen mit meinen Liebsten, die Zeit, die ich mit ihnen verbringe – dass ich manchmal ständig dabei irgendwo anders im Kopf bin als gerade da – stattdessen mit meiner To-Do-Liste und unterschiedlichen Erledigungen und praktischen Überlegungen beschäftigt, oder mit Ängsten ich hätte etwas vielleicht ein bisschen falsch gemacht, oder es könnte sein jemand hat es falsch verstanden… Es tut so weh daraus aufzuwachen und zu merken, dass ich am wenigsten richtig wache Zeit verbringe, mit den Menschen, die mir am meisten bedeuten. Als ob ich die ganze Zeit nur in der Warteschlange zu etwas anderes bin, wenn ich eigentlich gerade da bin, wo ich mich die ganze Zeit hingewünscht habe. Ich will nirgendwo anders sein als da wo ich gerade bin, ich wünsche mir nur ich könnte es noch stärker wahrnehmen, da wo ich gerade bin. Kleine Abenteuer gestalten aus dem was da ist. Wie einfach es wagen einander zu fragen: „Was wünscht du dir?“ „Wenn du dir etwas von mir gerade jetzt wünschen könntest…?“ Wie in den Märchen wieder (- immer Märchen für mich wenn es um Wünschen und Visionen geht). Immer diese Märchen, wo jemandem sich etwas wünschen darf – was auch immer er will. Sie haben mich immer als Kind fasziniert. Was würde ich mich dann wünschen? Was wäre groß genug? Was wäre wichtig genug? Was würde mich am weitesten bringen?

Sehr lustig aber auch irgendwie schmerzhaft frustriernd fand ich das Märchen über ein Mann der drei Wünsche bekommen hat, und weil er gerade Hunger hatte, sich als erstes spontan einen Wurst gewünscht hat. Seine Frau hat sich so mit ihm geärgert, dass er den ersten Wunsch auf etwas so blödes, kleines verschwendet hat, dass sie aus Wut gesagt hat: „Ich wünsche mir, dass der Wurst auf deiner Nase saß!“, und so mussten sie den dritten Wunsch dafür benutzen, um den Wurst von der Nase des Mannes wieder zu entfernen.

Eigentlich gibt es viele Sachen, die ich mich wünsche, aber wenn ich mich sie ernst anschaue, gibt es vieles, das ich nicht einfach so bekommen möchte, es würde sich nicht richtig anfühlen, und auch vieles davon, würde, wenn ich ganz ehrlich mit mir bin, mich nicht glücklicher machen. Was sind die richtig wichtige Wünschen? Ich denke, vielleicht musste ich dafür viel kleiner anfangen: Mir wünschen in diesem Moment einfach hier zu sein. Mir wünschen, dass ein von meinen Liebsten, die Hand auf meinem Stirn legt und einfach da neben mir bleibt. In dem Moment ist alle andere großen Wünschen gerade nicht so wichtig, merke ich.

„Mir wünschen, dass ein von meinen Liebsten, die Hand auf meinem Stirn legt und einfach da neben mir bleibt.“

Ich bin total berührt von Hannas Worten. Ich musste darüber nachdenken was für ein riesen Geschenk es ist, wenn jemand einem (freiwillig und gerne) die Hand auf die Stirn legt und bleibt. Das ist etwas, dass ich mir auch „erarbeiten“ kann, aber es ist nicht dasselbe, ob es von meinem Gegenüber aus kommt, oder ob ich es aktiv einfordere oder jemanden dafür bezahle. Es ist ein Geschenk. Ein Moment der Entspannung. Ein Moment der Nähe und Intimität. Ich kann mir das Wünschen, aber ich brauche ein Gegenüber dafür. Es ist ein Abenteuer, dass sich auch nach innen richtet. Oder richtet sich ein Abenteuer nicht immer auch nach innen? Etwas aus dem Außen, das mein Innen berührt? Ich erinnere eines meiner größten Abenteuer war mich auf 10 Tage Schweigen, Stille und Meditation einzulassen. Ich hatte Angst vorm dem Chaos, dass sich möglicherweise von innen Bahn brechen könnte. Das Einlassen war der erste Schritt. Gelandet bin ich ganz woanders.

„Das ist etwas, dass ich mir auch „erarbeiten“ kann, aber es ist nicht dasselbe, ob es von meinem Gegenüber aus kommt, oder ob ich es aktiv einfordere oder jemanden dafür bezahle.“

Es gibt viele Wörter und Sätze und Gedanken hier, an denen ich gerne weiterspinnen möchte: Zum Beispiel über den Abenteuer, dass immer sich auch nach innen richtet – vielleicht, dass sogar immer von innen anfängt und da aufhört. Ich wage es mir etwas tief tief zu wünschen und es bewegt etwas in mir wie die ersten kleinen Vibrationen eines Erdbebens. Ich mache neue Schritte in meinem Leben, bewege mich auf etwas oder auf jemanden zu oder davon weg, und gleichzeitig gehe ich auf der Reise durch meinen inneren – Bergen, Talen, Schluchten, mächtige Wasserfälle, und zarte Wiesen, wo es sich wunderbar ausruhen lässt. Entecke neue Landschaften in mir drin dadurch, dass ich kleine Steine in Rollen gesetzt habe. Und wieder kommt mir in Erinnerung ein Abenteuerbuch von einen meiner Lieblingsautorinnen, Tove Jansson. Meine Mutter hat mir den Link zu einem Audio-Aufnahme davon letzte Frühling geschichkt, als es gerade mit der Pandemie los ging, und es hat so gut zu der Stimmung da gerade gepasst, es in der Zeit zu hören: Ein Komet bewegt sich auf die Erde zu und wird vielleicht in wenigen Tagen alles vernichten. Alle die unterschiedlichen Figuren reagieren auf ihren Art und Weise – mit Ruhe, Panik, Zynismus, Aufregung… Die kleinsten von den Muminfiguren entscheiden sich auf einen Abendteuer zu gehen, zu den Forschern bei dem Observationsturm um sie zu fragen, was ein Komet ist, und was passieren wird, und auf den Weg sammeln sie wichtige Begegnungen und Erkenntnisse, die ihr wachsen und als selbstständige Menschen da stehen lassen…

Und gleichzeitig entscheide ich mir stattdessen doch ein anderen Satz aus deinen Text, Svenia, auszuwählen, weil ich diese Überlegung so spannend finde, was es heißt sich selbst etwas zu „erarbeiten“ und was wenn etwas einfach von meinem Gegenüber als einen Geschenk kommt, ohne dass ich es einfordere. Ich denke, dass es vielleicht doch nicht so eine klare Grenze dazwischen gibt: Manchmal werden Wünsche einfach von meinem Gegenüber erfüllt, ohne dass ich sie ausgesprochen habe, aber ich habe trotzdem das Gefühl, dass ich einen wichtigen Schritt gemacht und etwas verändert habe, einfach dadurch, dass ich in meinem inneren mich erlaubt habe, mir das zu wünschen. Und manchmal, wenn ich es wage einen Wünsch an jemanden anders auzusprechen, oder sogar etwas dafür aktiv zu unternehmen – einen Kurs oder Behandlung buchen, habe ich trotzdem eher das Gefühl dabei, als ob es fast von sich alleine passiert ist, ohne dass ich etwas dafür machen musste – ein Geschenk genau in dem richtigen Augenblick.

(…) wenn ich es wage (…)

Die Formulierung „etwas wagen“ habe ich schon lange nicht mehr gehört. Und sie hat in mir etwas berührt, dass tiefer geht als „mutig sein“. Mutig sein kann ich eigentlich oft ganz gut. Es ist für mich etwas oberflächlicher, als etwas wagen. Wenn ich mutig bin, dann bin ich das in dem ich mich überwinde, ich kann etwas mit Kraft überwinden. „Etwas wagen“ verbinde ich in diesem Moment mit etwas das tiefer geht. Ich muss mein Herz mitnehmen. Ich muss es öffnen und den Schmerz erlauben, die Angst, dass es schief gehen könnte, dass ich möglicherweise auf meinem Weg etwas verliere. Wenn ich mutig bin, dann muss ich „nur“ etwas überwinden. Aber „etwas wagen“ ist was, dass man nicht jeden Tag macht. Wenn ich etwas wage, dann riskiere ich auch etwas zu verlieren.

Jarral Boyd – Allyship Trainer

Jarral schreibt über sich selbst und ihre Arbeit:
„Through my workshops I hope to maximize support across groups of people by increasing understanding and developing empathetic conversational skills.“

In diesem Interview spricht Svenia mit Jarral über Definitionen und Kategorisierungen:   Wie sich ein Mensch zu unterschiedlichen Gruppen in sehr individueller Weise zugehörig fühlen kann. Und wie wichtig es ist, achtsam zu sein, dass wir nicht wissen, wie jemanden ist, und die Neugier, die Offenheit und den Mut zu haben miteinander wirklich zu reden und sich Fragen zu stellen, wenn wir an Grenzen stoßen. 

Sonja Reifenhäuser und Nico Roenpagel – „Relationship Seeds“

Zu Sonja:
Sonja Reifenhäuser ist Empowerment und Integrity Coach. Neben Systemischer Paartherapie bietet sie Mentaltraining und Körpertherapie an.
mehr zu Sonja:
Zu Nico:
Nico Roenpagel ist Mindfulness Coach for Embodied Leadership
mehr zu Nico:
„Relationship Seeds“ ist ihr gemeinsames Projekt. Wie der Name schon sagt, geht es darum Samen für Beziehungen zu pflanzen. Schwerpunkt sind hier partnerschaftliche Beziehungen in allen Variationen.

Frederike von Aderkas – Wutkraft

Frederike von Aderkas beschreibt sich selbst als „begeisterte Gefühleforscherin“ und hat sich besonders dem Gefühl Wut gewidmet.

Sie ist ausgebildete Diplom-Pädagogin und arbeitet als Trainerin und Systemischer Coach mit Methoden aus possibility management und Gewaltfreie Kommunikation. Zusammen mit ihrer Kollegin, Jelka Mönch, leitet sie das Projekt “Wutkraft”. Durch Workshops, Einzelsitzungen und Seminare wollen sie Menschen dazu ermutigen sich den eigenen Wut zu erforschen, „sie kennen zu lernen, verantwortlich zu leben und als eigene Kraft wieder in Besitz zu nehmen“.

In dieser Podcast-Folge sprechen wir mit ihr über Wut, was es ist und was es mit uns macht, und erforschen die Verbindung zwischen dieses kraftvolle Gefühl und das Thema “Grenzen”.

 

Mehr über die Arbeit und Angebote von Frederike und Jelka findet man hier:

https://wutkraft.de/

 

Barbara Droubay – Life Artists

Barbara Droubay is a lecturer, coach and leader of group trainings in “creative confidence”.

For many years she worked mainly with visual art – as a painter and conceptual artist focused on perception.

Later she started exploring and learning different forms of somatic methodologies – among others Cranial Osteopathy, Myofascial Release & Trigger Point Therapies, Tantric and Shamanic practices.

She also worked for many years as a practitioner and trainer within the Grinberg Method.

In the last years she has brought together her experiences and knowledge from different fields, creating her own methodology for empowering people in connecting to their creative energy.

She is the founder of the “Life Artist” community, and regularly gives courses, lectures and workshops, where she brings together body and mind in an extremely powerful way – beautifully expressed on her website as: “sharing the pleasure and power of using our physicality to embody and manifest our full creative potential”.

She teaches and works with creators, innovators, and entrepreneurs towards reaching their creative aims effectively and with greater pleasure – to activate and engage their inborn creative drive.

Barbara is teaching in several different places and contexts, but has the main base for her work in Berlin.

More information about her work as well as her powerful Vlog-trainings can be found on her website:

https://lifeartists.com/

Susann Weißenborn – Bewusstes Liebesleben

Susann Weißenborn ist Sexualcoach für Frauen. Sie arbeitet in einer Praxis in Berlin und bietet auch online coaching über Skype an.

In diesem Interview erzählt Susann über ihrer Arbeit und wie sie da Grenzen erleben und als Thema in den Coaching-Sitzungen reinbringt:

Wie können wir lernen mehr auf unseren eigenen Grenzen in Bezug auf Sexualität und Intimität zu achten?

Wie gehen wir damit um, wenn wir selbst oder andere unsere Grenzen bewusst oder unbewusst überschritten haben?

Und, wie können wir unsere Grenzen in einer achtsame und genussvolle Weise erweitern?

Diese und weitere Tehmen werden in diesem Gespräch erkundigt.

Mehr Information über Susann und ihre Arbeit finden man auf ihrer Webseite: http://www.bewusstes-liebesleben.de.

Da gibt es auch sehr inspirierende Texte und kleine Videos, wo sie sehr direkt und schön über Sexualität spricht, einige wichtige Fragen klärt, und viele neue Inspiration gibt, wie man die eigene Sexualität weiter erforschen kann.

Dunja Zigic – The whole woman group

Dunja Zigic is a transformational trainer and coach. She works with group and individual coaching, with a special focus on women and on the relationship we have to ourselves and to others. She is the co-founder of Whole Woman Masterclass and runs the facebook-community „The Whole Woman Sisterhood“ – „a sacred and nourishing space for women to come to reconnect, fill up and receive inspiration and support“.

Until recently she was based in Berlin, but has now moved to San Francisco.

In this interview Dunja speaks about what boundaries mean for her in her work, and especially about the importance to connect to our own needs and wishes, and to start from self-love and self-acceptance in order to build healthy and authentic relationshops with others.

More information about Dunja’s work and different projects can be found on her website:

She also has a wonderful podcast series: https://soundcloud.com/thewholewomanmasterclass

Katja Neumann – Schamanische Heilweisen

Katja arbeitet als Schamanin in Berlin und beschreibt sich in ihrer Arbeitsrolle als Spiegel, Seelenbegleiter und Vermittler. Sie arbeitet dabei sowohl mit einzelne Personen als auch mit Gruppen von Menschen, die ihre Beziehungen tiefer erforschen wollen.

In diesem Interview beschreibt sie wie sie zu dieser Arbeit gekommen ist, wie sie mit Menschen arbeitet, und in welche Weise sie mit dem Thema Grenzen in ihrer Arbeit in  in Kontakt kommt.

Mehr über Katjas Arbeit findet man hier: https://katja-neumann.de/